2026
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2026
Auf dieser Seite finden Sie aktuelle Berichte und Bilder aus dem Jahr 2026.
Berichte und Bilder aus vergangenen Jahren finden Sie im Archiv.
Ein Tipp: Vorschaubild anklicken zum Vergrößern
Wissen Sie, was sich vor ….. Jahren in unserer Stadt Künzelsau ereignet hat?
In der folgenden Zusammenstellung finden Sie einige wesentliche Ereignisse.
2026
21.01.2026
Unsere neue Stadtarchivarin Dr. Helga Steiger stellt sich vor
Auf starkes Interesse stieß der Nachmittag in unserer StadtVilla 1897. Am 1.Oktober 2025 übernahm Dr. Helga Steiger
die Leitung des Stadtarchivs Künzelsau von Stefan Kraut, der in Ruhestand ging.
Frau Dr. Helga Steiger stellte in ihrem Vortrag kurz die wichtigsten Stationen ihrer Schul- und Ausbildung vor. Den
Schwerpunkt ihres kunsthistorischen Studiums legte sie auf das Mittelalter. Für ihre Magisterarbeit erforschte sie die
Wandgemälde in der Kirche zu Bächlingen im Jagsttal. Neue Forschungsergebnisse stellte sie in ihrer Doktorarbeit über
die St. Michaelskirche in Schwäbisch Hall vor, die auch in ihrem umfangreichen Buch vorliegen. Ferner verfasste sie seither
Texte zu verschiedenen Themen für diverse Broschüren, so auch zum Kloster Lorch, die Grablege der Staufer.
Beruflich sammelte sie wertvolle Erfahrungen als Archivarin im Stadtarchiv Crailsheim.
Mitglieder und Vorstand des Vereins freuen sich auf eine gute Zusammenarbeit zur Förderung der Künzelsauer
Stadtgeschichte. Ihre zielorientierte, aufgeschlossene und engagierte Herangehensweise kann eigentlich nur positiv
wirken, stellte die Vorsitzende Margarete Biehal in ihren Dankesworten heraus.
Text und Fotos: Ehrenfried Biehal
Margarete Biehal begrüßt zahlreiche Gäste, vor allem
Frau Dr. Helga Steiger, die neue Stadtarchivarin …
… in beiden Räumen waren interessierte Zuhörer.
Frau Dr. Steiger bei ihrem interessanten Vortrag …
04.02.2026
Thomas Müntzer und die radikale Seite der Reformation
Ein Vortrag von Dr. Marc Wittlinger
Thomas Müntzer war einer der frühen und begeisterten Vertreter der reformatorischen Bewegung, zuerst im heutigen
Thüringen, danach an weiteren Orten in Deutschland. Der von ihm eingeschlagene kompromisslose Weg ließ ihn aber
bald zum radikalsten Gegner Martin Luthers werden und zum einzigen, der Luther in seiner Sprachgewalt ebenbürtig
war. Gott muss nach Müntzer direkt -ohne Umwege über die Geistlichkeit- auf die Menschen einwirken. Er stellte somit
auch die damalige Ordnung und Hierarchie in Frage. Auf der Seite der Bauern kämpfte er in der Schlacht von
Frankenhausen und wurde dafür von den Fürsten mit dem Tod bestraft. Im Mai des Jahres 1525 fand seine Hinrichtung
statt. Heute, rund 500 Jahre später, ist es für Geschichtsinteressierte interessant, sich mit Thomas Müntzers Leben und
mit seiner faszinierenden Theologie zu beschäftigen und zu versuchen, ihn aus seinem Glauben heraus zu verstehen. Ein
lebendiger Vortrag des Referenten Dr. Marc Wittlinger.
Sonja Nägelin und Margarete Biehal begrüßen den
Referenten …
… nach einer interessanten Fragerunde ein
herzliches Dankeschön.
…Dr.Marc Wittlinger kann nur wenige
Abbildungen zeigen …
08.02.2026
Mitmachbuch zur Stadtgeschichte von Künzelsau – 2. Auflage
Nachdem die 1. Auflage innerhalb von zwei Jahren viel Zuspruch fand, wurde das Mitmachbuch für Kinder im Grundschul-
alter neu aufgelegt. Gefreut hat sich der Vorstand des Vereins, dass die Stadtverwaltung dieses Projekt mit unterstützt.
Der Autor Ehrenfried Biehal hat es überarbeitet und etwas
ergänzt. Dieses Buch mit nun 40 Seiten im Format 21 x 21 cm
ist so aufgebaut: Einzelne Bereiche der Stadtgeschichte
werden in kindgerechter Sprache auf der linken Seite mit
einem aussagekräftigen Bild erzählt. Mehrere Tipps regen
zum Aufsuchen bestimmter Orte in unserer Stadt an.
Auf der rechten Seite ist jeweils zum angesprochenenInhalt
ein Mitmachangebot vorgeschlagen. Das kann ein Suchbild,
ein Puzzle, ein Ausmalbild, ein Buchstaben-Rätsel, Text-Bild-
Zuordnungen, oder eine eigene, kreative Idee zum Thema sein.
Diese Inhalte werden angesprochen:
• Wie Künzelsau entstanden ist …
• Von einer Burg zum Schloss Bartenau
• Wer waren die Ganerben?
• Unser Altes Rathaus ist ein Schmuckstück
• Johanneskirche, unsere Stadtpfarrkirche
• Fließt ein Bach mitten durch die Stadt?
• Gab es auch eine Stadtmauer?
• Wie kam man über den Kocher?
• Warum steht ein Turm auf dem Wartberg?
• Wie kam das Trinkwasser ins Haus?
• Welche Berufe gab es hier früher?
• Wer hat dieses schöne Haus gebaut? Rokoko-Gebäude
• Wie haben Straßen ihre Namen bekommen?
• Ein besonderes Künzelsauer „Schlitzohr“?
Ein Quiz für Geschichtsforscher am Ende nimmt noch einmal Bezug zu den einzelnen Inhalten.
Der Verein setzt mit diesem Mitmachbuch das Ziel in der Satzung des Vereins um: „Aspekte der Stadtgeschichte durch
geeignete Aktionen vermitteln“.
Das Mitmachbuch wird auch zukünftig den Kindern der Klassen 3 oder 4 der Grundschulen unserer Stadt kostenfrei
überreicht. Der Verein möchte durch diese Aktion den Kindern unserer Stadt einen Zugang zur Stadtgeschichte anbieten.
Die Schulen können wegen der gewünschten Zahl von Exemplaren gerne direkt beim Verein StadtGeschichte Künzelsau
anfragen. Darüber hinaus können interessierte Einwohner sowie Besucher der Stadt Künzelsau das Mitmachbuch ab sofort
für drei Euro im Bürgerbüro im Rathaus erwerben.
Dieses Mitmachbuch ist ein besonderes Buch – so ein Buch für Kinder gibt es nicht in jeder Stadt.
10.04.2026
Salben, Pillen, Tees, Kräuterschnaps und Benzin – Apotheken in Künzelsau
In dem Vortrag: „Apotheken in Künzelsau – einst und jetzt“ tauchte der Referent Ehrenfried Biehal ein in deren Geschichte
vor Ort, erzählte Besonderheiten und schlug einen Bogen zur Entwicklung heute. Anlass für diesen interessanten Abend in
der StadtVilla 1897 war die Schließung der Johannes-Apotheke im August 2025.
Es hat über 400 Jahre gedauert, bis - nach der ersten Apotheke Deutschlands in Trier - im Jahr 1649 Jakob Friedrich Becher
im „Kohlerschen Haus am Kirchensteg“ die erste Apotheke am damals noch offenen Künsbach in Künzelsau eröffnete. ….
Apotheker Becher stellte alle Medikamente selbst her. Er verwendete dafür pflanzliche und tierische Stoffe, die er
teilweise selbst sammelte. Apotheker hatten damals auch das Privileg, Branntwein, „aqua vitae“, herzustellen. Unter
Verwendung des reichen Wissens der Klosterpharmazie mischte er die Zutaten zu Tees, Salben, Pillen, Sirupe, Tinkturen,
Extrakten, Medizinalweinen und Likören. So konnte der Kranke sich sein „Gesundheitsschnäpschen“ beim Apotheker
abholen.
Nach erneutem Besitzerwechsel – … – erbte Adam Friedrich Grafft 1768 die Apotheke von seinem Vater. Er verlegte im
gleichen Jahr diese in das „Mainzer Amtshaus“. Dort blieb sie bis 1851, somit 83 Jahre, mit wieder mehreren Besitzern.
Das Apothekenrecht erwarb 1851 Heinrich Otto Schmid. Er eröffnete nun seine Apotheke im „Haus von Major Häusler“ –
heute Stuttgarter Straße 10 gegenüber dem Neuen Rathaus. Er führte diese mit bis zu sieben Lehrlingen bis 1881.
Das Apothekenrecht erwarb 1881 Joseph Seybold aus Schwäbisch Gmünd. Er kaufte das schöne „Rokokogebäude in der
Hauptstraße“ des Rotgerbers Friedrich Kneller. Dessen Nachfolger Wilhelm Huß verkaufte auch das damals kostbare und
sicher teure Benzin, damit der erste motorangetriebene Postbus der Welt ab 1898 zehn Monate lang regelmäßig von
Künzelsau nach Mergentheim fahren konnte.
Johannes-Apotheke Dieses, in der Zwischenzeit etwas verwahrloste Gebäude erwarb 1919 Anton Bolsinger und eröffnete
nun seine „Johannes-Apotheke“. Bei laufendem Betrieb renovierte und baute er behutsam um, so dass es wieder im
Rokoko-Glanz erstrahlte. Ebenso ließ er nach einem Entwurf des Künstlers und Zeichenlehrers am Seminar, Karl Fetzer, den
schmiedeeisernen Ausleger „Laboratorium“ fertigen und anbringen. … Anton Bolsinger feierte 1949 das Jubiläum „300-
Jahre Apotheke in Künzelsau“ und übergab 86jährig im Jahr 1971 an seine Tochter.
Felicitas Franz-Bolsinger modernisierte das Gebäude und führte erfolgreich die Johannes-Apotheke weiter. Nachdem sie
im Jahr 2000 die Apotheke an ihre Schwiegertochter Claudia Franz übergeben hatte, verwirklichte sie in ihrem alten
Lagerkeller im Honigzipfel ihren Traum: mit historischen Relikten eröffnete sie 2008 das kleine Apothekenmuseum „Alter
Arzneikeller“, heute leider geschlossen.
Claudia Franz feierte 2019 mit ihrem Team und den Kunden das 100jährige Jubiläum der Johannes-Apotheke. Doch einige
Jahre später entschloss sie sich, bedingt durch den Wandel im Apothekenbereich und fehlender Nachfolge, die kunstvoll
geschnitzte Eingangstüre im August 2025 für immer zu schließen. ….
Presseartikel: Ehrenfried Biehal
Der vollständige Artikel kann hier eingesehen werden:
Weitere Infos zu Apotheken in Künzelsau unter
18.04.2026
Die Michelbacher Viehweide - ein Naturschutzgebiet mit Geschichte
Am sonnigen Samstag trafen sich ca. 20 Interessierte an diesem Schutzgebiet, einer Lichtung inmitten eines geschlossenen
Waldbestandes aus Erlen, Birken und Eichen auf den Waldenburger Bergen. Unter der fachkundigen Führung des
ehemaligen Forstamtsleiters Thomas Weik streifte die Gruppe erwartungsvoll durch das Gebiet. Schon am Anfang
beeindruckten abgestorbene Großbäume, die umgefallen wie bizarre Kunstobjekte wirkten.
Warum gibt es hier diese besondere Weide? Thomas Weik führte anschaulich in die Geschichte: Im Mittelalter herrschte
Dreifelderwirtschaft vor. Auf den Brachflächen weidete das Vieh. Doch als diese Flächen auch mit Hackfrüchten angebaut
wurden, verlegten die Bauern die Beweidung in die Wälder. Der Wildverbiss an den jungen Pflanzen nahm zu und führte
zu einem Rückgang des jungen Baumbestandes. Hinzu kam auch noch starker Holzbedarf durch Glashütten in Mainhardt
und Salzsiedereien in Schwäbisch Hall. Der Wald wurde lichter und auch weniger.
Die Grafschaft Hohenlohe verordnete darauf den Anbau von schnellwachsendem Nadelholz. Auch der 30-jährige Krieg
brachte für den Wald eine Erholung. Erst die Stallhaltung der Tiere durch Pfarrer Mayer aus Kupferzell sorgte für einen
Wechsel. Doch durch die nun einsetzende und auch erlaubte Einstreu der Ställe mit Laub wurde dem Wald Nährstoffe
entzogen. Durch Austrocknung und Mangel starben viele Buchen ab. Es entstanden nun ab Mitte des 18. Jhdts
ausgedehnte Pfeifengras-Birken-Haine. Die „Michelbacher Viehweide“ ist heute nun ein Zeugnis, wie es früher einmal
großflächig aussah. Heute erfolgt die Pflege wieder wie früher durch Viehweide, denn Biss und Tritt der Weidetiere sind
für die Entwicklung der Pflanzenwelt notwendig.
Angelegt wurden früher auch Weiher zur Fischzucht. In den Klöstern Goldbach und Gnadental, und auch im Schloss
Waldenburg wurden Karpfen und andere Fische genossen. Das Wasser diente auch der Flößerei des Holzeinschlags. Die
Gruppe bewunderte den nun verbliebenen einzigen Weiher im Sonnenlicht, mitten im Wald und lauschte den Tönen der
Natur.
Ein Naturschutzgebiet ist diese Weide seit 1939. Sie hat Hochmoorcharakter mit Pflanzen mit geringen Nährstoffan-
sprüchen. So gedeiht hier die Arnika, die allerdings stark zurückging, doch derzeit wieder heimisch werden soll.
Darüberhinaus finden sich hier Besonderheiten aus der Tier- und Pflanzenwelt: Geflecktes Knabenkraut, Niedrige
Schwarzwurzel, Quendel-Kreuzblume und Wachtelweizen-Scheckenfalter – doch dies konnte jetzt im April nicht
beobachtet werden. Ein Besuch in verschiedenen Jahreszeiten ist somit zu empfehlen.
Für die Gruppe war die Wanderung durch dieses idyllische, parkartige Gebiet mit den Erläuterungen durch Thomas Weik
ein nachwirkendes Erlebnis.
Text: Ehrenfried Biehal und Thomas Weik Fotos: Ehrenfried Biehal
… schon zu Beginn beeindrucken abgestorbene Goßbäume …
… und hier am letzten Weiher erzählt Thomas Weik
Interessantes zu Flora und Fauna ….
… eine alte Flurkarte zeigt viele
Weiher …